• Gold für Ole Bischof

    Ole Bischof Ole Bischof

    Es ist geschafft!!!
    Ole Bischof hat sich auch gegen den Koreaner im Finale mit Yuko durchsetzten können und gewann damit die Goldene Medaille:
    „Ich bin überglücklich, das ist die Erfüllung meines Lebenstraumes. Für diesen Tag habe ich mein Leben lang gearbeitet” sagte Bischof nach seinem überzeugenden Sieg.

    Ole Bischof hat an seinem Olympiastarttag den Wettkampf seines Lebens gemacht!

    Mit fünf Siegen im Olympischen Turnier hat er sich seinen großen Traum erfüllt, für den er sich im Vorfeld sogar oft recht zurückhaltend geäußert hat.

    "Ich will meine Gegner nicht stark reden, will von Schritt zu Schritt denken und meine Kämpfe nacheinander lösen." Dass er mit einer Medaille geliebäugelt hat war allerdings schon immer sein Traum.

     

    Diesen hat er sich nun in einem tollen Wettkampf erfüllt.

     

    Wie verlief denn nun sein Wettkampftag?

     

    In seinem ersten Kampf gegen den Azerbaidshaner Mehman Azizov gewann Ole in überzeugender Weise.

    Er musste zwar in der Anfangsphase einen Yuko abgeben, kam dann aber immer stärker in den Kampf so dass er mehr und mehr Ansätze machte. Er glich aus mit einem Yuko für O-uchi-gari. Durch den weiteren starken Kampfeswillen von Ole und das konditionelle Nachlassen des Azerbaidshaners wurde dieser bestraft. Ole konnte diesen Vorteil bis ans Kampfende verteidigen und gewann seinen Auftaktkampf.

     

    Auch den zweiten Kampf gegen den Amerikaner Travis Stevens konnte Ole für sich entscheiden. Es war ein schwieriger Kampf, bei dem jeder seinen Griff vergeblich anzusetzen versuchte.
    Ole war der Aktivere, sodass es zu einer ersten Strafe gegen den Amerikaner kam. Im weiteren Verlauf erhielten dann beide gleichzeitig eine Bestrafung. Damit stand auf Oles Konto ein Yuko, mit dem er den Kampf gewann.

     

    Im Poolfinale stand ihm kein Geringerer als der Weltmeister Tiago Camilo aus Brasilien gegenüber. Dieser Kampf um den Poolsieg begann wie erwartet sehr spannend. Ole hatte überhaupt keinen Respekt vor dem Weltmeister und konnte den Kampf entscheidend mitbestimmen. Ein De-ashi-barai-Ansatz verschaffte Ole einen Waza-ari-Vorteil. Er kämpfte konsequent seinen Stil weiter. Mit Sumi-gaeshi versuchte er ein zweites Mal sein Glück und erhielt fast schon in der Bodenlage dafür einen weiteren Waza-ari, womit er im Halbfinale stand.

     

    Gegen den Ukrainer Roman Gontyuk wurde es dann noch einmal spannend.

    Auf Grund von Passivität geriet Ole Bischof zuerst mit Koka in den Rückstand. Die selbe Strafe erhielt jedoch der Ukrainer eine Minute vor Schluss. 34 Sekunden vor Ende ging Ole dann jedoch mit Yuko in Führung und konnte diesen bis zum Schluss behaupten.

     

    Damit stand er im Finale der Olympischen Spiele. Und wer einmal soweit ist, kann sich sicher auch den Sieg vorstellen. Ole ging mit der notwendigen Bissigkeit und Konsequenz in den Kampf.

     

    In einem packenden Finale setzte sich Ole gegen den aggressiven Koreaner durch. Die entscheidene Wertung war schließlich ein Yuko 50 Sekunden vor Ende des Kampfes, den Ole Bischof souverän bis zum Schluss verteidigte.

     

    Vor lauter Freude umarmte Ole nach dem Kampf nicht nur seinen Trainer Frank Wieneke sondern schulterte ihn und trug ihn triumphierend durch die Wettkampfhalle. "Ole gehört seit Jahren zum großen Kreis der Weltspitze. Heute hatte er seinen Tag. Er ist ein großer Taktiker und hat unseren Plan in allen Kämpfen voll umgesetzt", sagte er überglücklich nach dem Triumph seines Schützlings.

     

    Zu Hause fieberten alle mit Ole. Seine Mutter war sehr überwältigt von dem Wettkampftag. "Ich bin extra um 6.00 Uhr aufgestanden, habe alle Kämpfe gesehen und jeden mitgekämpft und war fix und fertig danach. Es ist so schön und ich freu mich so." Sie achtet sehr seine konsequente Arbeit. "Er hat diesen Erfolg sich selbst zuzuschreiben und heute sehr souveräne Kämpfe gemacht."

     

    Die große Freude über den Olympiasieg würdigten nicht nur Freunde, Bekannte und Fans von Ole.

    Auch die Politik würdigte seine Leistungen.


    So erhielt er von Bundespräsident Horst Köhler  Glückwünsche zu seinem Olympiasieg:

    »Mit diesem großartigen Erfolg haben Sie zur Leistung der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen 2008 einen herausragenden Beitrag geleistet. Dafür danke ich Ihnen«

     

    Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat dem Reutlinger Judoka Ole Bischof zu seinem überraschenden Olympiasieg im Halbmittelgewicht gratuliert. «Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung und damit zum sensationellen Gewinn der Goldmedaille», hieß es am Dienstag in einem Schreiben des obersten Landespolitikers aus seiner Heimat.

    Aber auch in seiner Wahlheimat Köln, die durch sein Studium zum Lebensmittelpunkt wurde, gab es große Begeisterung.

    Oberbürgermeister Fritz Schramma, der zudem zur Zeit in China weilt und für den Wirtschaftsstandort Köln wirbt, schrieb per E-Mail ins Deutsche Haus: „Köln steht Kopf und feiert die erste olympische Judo-Goldmedaille der Bundesrepublik Deutschland bei den Olympischen Spielen. Genießen Sie diesen Sieg als Belohnung für all die Stunden, die Sie in Ihr jahrelanges Training investiert haben und heute in einen triumphalen Erfolg haben münden lassen.“ 

     

     

     

    Hier die Ergebnisse:

    Männer bis 81 kg:

    1. Ole Bischof, Deutschland
    2. Jae-Bum Kim, Südkorea
    3. Tiago Camilo, Brasilien
    3. Roman Gontiuk, Ukraine
    5. Nyamkhuu Damdinsuren, Mongolei
    5. Guillaume Elmont, Niederlande
    7. Euan Burton, Groß Britanien
    7. Robert Krawczyk, Polen

    Frauen bis 63 kg:

    1. Ayumi Tanimoto, Japan
    2. Lucie Decosse, Frankreich
    3. Elisabeth Willeboordse, Niederlande
    3. Ok Im Won, Nordkorea
    5. Driulis Gonzalez, Cuba
    5. Claudia Heill, Österreich
    7. Ysis Barreto, Venezuela
    7. Urska Zolnir, Slovenien

    Die Kämpfe können Sie hier verfolgen: 

    http://www.eurovisionsports.tv/olympics/

    Die Live-Ergebnisse können Sie hier verfolgen:

    http://www.beijing.ijf.org/results.html

    Text: Birgit Arendt und Florian Engelmeier
    Meldungen aus Peking sowie unterstes Foto: Reinhard Nimz
    Fotos aus Peking: David Finch  

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