| Geboren am: | 28.10.1985 |
| Größe: | 1,80 m |
| Beruf: | Student - Technische BWL/Logistik in Hamburg |
| Graduierung: | 1. Kyu |
| Aktiv seit: | 2000 |
| Verein: | Eimsbütteler TV |
| 1. Trainer: | Sigrid Happ |
| 1. Verein: | Eimsbütteler TV |
Der überraschende fünfte Mann im Paralympischen Team ist Schwergewichtler Dominik Zilian aus Hamburg. Er kam erst kurz vor den Spielen ins Team, weil ein persischer Kämpfer seinen Platz zurückgegeben hatte. Dominik stand auf dem 13. Ranglistenplatz und war somit Nachrücker.
Er begann erst mit 15 Jahren mit Judo. Als Sohn einer Peruanerin und eines in Peru arbeitenden deutschen Vaters lebte er lange Jahre in Peru. Nachdem er nach Hamburg gezogen war schloss er sich dort auf dem Internat einer Judogruppe an. Früher hatte er bereits Tae-Kwon-Do und Karate gemacht.
Anfangs war es nur ein bisschen Spaß. Dann aber wurde er 2005 zu einem Nachwuchslehrgang nach Marburg eingeladen. „Da waren Carmen Bruckmann und Stefan Saueressig. Ich kam da an und hatte keine Kondition und keine richtige Technik. Nach einem Randori mit Matthias Krieger ging der zu Carmen und sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, intensiver zu trainieren und bei den Sehgeschädigten mitzukämpfen.“ Das war dann der Anstoß, sich intensiver mit Judo zu beschäftigen und er, der sich ärgert, manchmal inkonsequent zu sein, hat genau da angesetzt und sich über seine Schwäche hinweggesetzt. „Wenn ich mal richtig Feuer gefangen habe, dann setze ich mich auch ein für mein Ziel.“
Dominik hat eine Restsehfähigkeit von ca. 4-5%, die sich sogar noch verschlechtern kann. „Ich habe einen Tunnelblick, ich sehe also nur das Zentrum des Gesichtsfeldes, den Rand sehe ich nicht. Damit sehe ich nur das, was unmittelbar vor mir ist. Dazu bin noch stark weitsichtig“, beschreibt er seine Einschränkungen.
Dennoch war er bis zur 8. Klasse auf einer Regelschule. Welche Probleme aber vor allem durch seine Sehbehinderung dort einhergingen, beschreibt er recht traurig mit folgenden Worten: „Dort wurde ich von den anderen Kindern gehänselt und regelrecht gemobbt. So wechselte ich auf ein Internat in Hamburg, wo andere Blinde und Sehbehinderte waren. Da war ich einer von vielen und wurde in Ruhe gelassen. Ich fühlte mich einfach wohler unter Gleichgesinnten.“
Nunmehr ist er Student in Hamburg und studiert Technische BWL/Logistik bereits im fünften Semester und hatte nach der verpassten Qualifikation die Paralympics schon abgeschrieben. „Ich war 2007 Neunter auf der EM in Baku und danach in Sao Paulo 2007 bei der WM Siebter. Das reichte nicht, weil damit erst der 13. Ranglistenplatz erreicht war.“ Nun jedoch erweist sich dieser Platz als Glücksfall und er rückte doch noch in das Paralympic-Team.
In seiner Freizeit geht er ganz gern ins Kino und „mit Freunden weggehen, so das übliche halt“.
Für die Paralympischen Spiele hat er sein Ziel diplomatisch formuliert. „Ich erwarte mir einen guten Wettkampf und wünsche mir eine Platzierung im Bereich bis zum siebten Platz. Dann kann ich im Kader bleiben und weiter mitmachen“.
Nach den Spielen in Peking wird sich der 22-Jährige wieder auf die Uni konzentrieren. Alles andere hängt davon ab, wie die Paralympics für ihn laufen.
Text: Birgit Arendt
Foto: Stefan Saueressig aus Peking
| 2007 | 9. Platz Europameisterschaft in Baku 7. Platz Weltmeisterschaft in Rio |