Er kümmert sich um das gesundheitliche Wohl unserer Nationalmannschaft – Dr. Albert Güßbacher. Seit fast 30 Jahren gehören sein Leben, seine Freizeit und seine Liebe dem Judo. In Peking hat er nun bereits seinen siebten Olympia-Einsatz für die Judoka.
In seiner Zeit als Arzt an der Uniklinik in München kamen die Judokas von Großhadern immer zu ihm zur Behandlung. Gerd Egger hat ihn daraufhin für den DJB angeheuert. Seitdem ist Dr. Albert Güßbacher Mannschaftsarzt der Judokas und ist nun in dieser Funktion bereits zum siebten Mal bei Olympia dabei und hat die Sportler bei allen Welt- und Europameisterschaften betreut.
Nach seiner Münchner Zeit hat er fast 20 Jahre an der orthopädischen Uniklinik Heidelberg gewirkt und den sporttraumatologischen Bereich aufgebaut. Nun praktiziert er bereits seit 10 Jahren selbständig in Nürnberg-Fürth.
Für ihn ist Judo die interessanteste Sportart, die es gibt. „Judo beansprucht die Sportler sehr komplex. Es wird alles gefördert, Körper, Geist, Intellekt und alle Teile des Bewegungsapparates.
Damit wird der Körper eines Judokas wie kaum in einer anderen Sportart in seinem Ganzen gefordert. Diese Komplexität der sportmotorischen Belastung ist aus medizinischer Sicht eine enorme Herausforderung für einen Arzt.“
Aus seinen langjährigen Erfahrungen heraus gibt er einen sicher wichtigen und für so manchen Sportler wertvollen Ratschlag: „Die Sportler, die das Krafttraining in Vorbereitung von Wettkämpfen ernst nehmen, verletzen sich weniger und nicht so schwer. Krafttraining ist aus medizinischer Sicht die beste Verletzungsprophylaxe für einen Judoka.“
Da dieser Rat gerade auch im Spitzensport immer besser beherzigt wird sieht er, dass heute die Verletzungshäufigkeit und vor allem die Schwere deutlich geringer sind.
Diese Erfahrungen von Dr. Güßbacher in der Sportmedizin und seine langjährigen medizinischen Kompetenzen machen ihn zu einem sehr gefragten Arzt in Sportlerkreisen. Nicht nur Judoka aus Deutschland und mittlerweile auch aus Georgien, Azerbaidshan, Russland und Lettland nutzen seine Fähigkeiten, auch viele andere Sportler gehen bei ihm Ein und Aus. Michael Schumacher, Steffi Graf oder Ronny Weller zählen ebenso zu seinen Patienten wie die Weltmeisterin im Boxerin Susianna Kentikian.
Für Olympia wünscht er natürlich viel Erfolg für die Sportler, möglichst ohne Verletzungen. Und er wird auch im Vorfeld alles für die Sportler tun, damit sie beste Leistungen bringen können.
Aber er ist in Peking auch für andere Sportarten im Einsatz. Außerdem wird er die Tage nutzen, um einige wenige Stunden für Erholung und Entspannung von seinem interessanten, aber auch sehr ausgefüllten Arbeitsalltag nutzen.
Text und Foto: Birgit Arendt