Er ist einer der erfolgreichsten Judo-Sportler Deutschlands und führt nun die Männermannschaft als Trainer nach Peking. Neben zahlreichen internationalen Medaillen wurde Frank Wieneke 1984 in Los Angeles Olympiasieger und vier Jahre später in Seoul noch einmal Vize-Olympiasieger. Dazu kommen unzählige weitere internationale Medaillen und der Europameistertitel 1986.
Für diesen Titel ist er von der Deutschen Sporthilfe zu deren 40. Geburtstag im besonderen Maße geehrt worden. Er wurde als sportliches Vorbild stellvertretend für alle Sportarten für das Jahr 1986 ausgewählt, weil er besonders Geschichte geschrieben hat und Vorbild für Generationen wurde. Vorbild wegen seiner großen sportlichen Leistungen, Vorbild aber auch wegen seines Auftretens und Handelns jenseits des Sports.
Seit 1993 ist Frank Wieneke Trainer des DJB, nach Olympia 2000 in Sydney übernahm er die Verantwortung für die Männer-Nationalmannschaft.
Seitdem hat er Andreas Tölzer und Ole Bischof 2006 bzw. 2005 zum Europameistertitel geführt und mit Michael Jurack 2004 Olympia-Bronze bejubeln können. Weitere Medaillen bei Europameisterschaften und vielen Welt-Cups kommen dazu.
Privat ist Frank Wieneke sehr bescheiden und ehrlich zu sich selbst. Wo andere Menschen gern mal die Schuld auf den nächsten schieben, sucht Frank Wieneke die Schuld immer erst einmal persönlich bei sich und stellt damit auch eine große Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit heraus.
Sein großes Glück ist seine Familie. Er ist riesig stolz auf seine Kinder. Er wollte immer zwei haben, einen Jungen und ein Mädchen. Das ist ihm vergönnt und er stellt ganz klar heraus: „Ich habe zwei hervorragende Kinder und sie sind beide sehr gut in der Schule.“ Aber er vergisst auch nicht, dass er gerade da vieles seiner Frau verdankt, die die Bürde der Familienmanagerin seit seinem Amtsantritt als Bundestrainer größtenteils alleine tragen muss.
Deshalb wird er auch nach Olympia erst einmal mit seiner Familie Urlaub machen, um endlich wieder mal etwas mehr Zeit für sie zu haben.
Dabei verrät er etwas ganz persönliches. Frank Wieneke liebt die Sonne. „Wenn ich die Sonne sehe, dann habe ich gleich gute Laune.“ Er fährt auch immer in den Urlaub, um schönes Wetter zu haben und nicht um irgendwas zu besichtigen. „Ich bezahle meistens etwas mehr Geld dafür, dass ich sicher Sonne zu habe anstatt halbsicher Sonne und halbsicher Regen.“
Die Vorbereitung auf Olympia läuft bei den Männern wie geplant. „Die Mannschaft ist so stark wie nie im physischen Bereich. Wir haben auch technisch-taktische Sachen besprochen. Wir können optimistisch in die Zukunft blicken.“
Für Olympia wünscht er sich eine geschlossene Mannschaftsleistung. Seine Jungs sind gut drauf und gesund. „Ich bin ein Trainer, der gern mit Medaillen nach Hause kommen möchte. Also ich will schon wenigstens eine Medaille und insgesamt gute Leistungen“, stellt er seine hohen Ansprüche noch einmal heraus.
Text: Birgit Arendt
Fotos: Birgit Arendt und Ursula Braun
Was treibt Dich an? Mich treibt an, mit der Mannschaft Erfolg zu haben. Ich möchte gern ein Trainer sein, der sich mit seiner Mannschaft z.B. auf Olympia vorbereitet und mit einer erfolgreichen Mannschaft zurückkommt.
Ich glaube, dass ich sehr zuverlässig bin, was ich sage auch durchziehe und ehrlich zu den Athleten bin.
Ich bin stolz auf einiges, ich ich geschafft habe und mir vorher kaum vorstellen konnte.
Zum einen meinen Olympiasieg 1984 und dann vier Jahre später noch einmal eine Medaille.
Ich bin aber auch stolz, Vater von zwei Kindern zu sein.
Und ich bin stolz, zwei Ausbildungen abgeschlossen zu haben, erst Diplomsportlehrer und dann noch einmal Diplomtrainer an der Trainerakademie.
Da muss man glaube ich andere fragen.
Dass ich manchmal launisch bin, mich auch manchmal zurückziehe. Gerade bei Problemen mache ich es oft mit mir selber aus. Manches könnte ich da sicher anders besser lösen.
Ganz klar mit der Familie – wobei das auch anstrengend sein kann mit zwei Kindern. ;-)
Aber ich entspanne wenn ich mich nur auf das Jetzt und Hier konzentrieren kann, ist das meist in meiner Familie.
Ich wollte immer ein asketisches Leben führen. Deshalb hab ich auch Judo gemacht. Mich haben früher diese Kung Fu-Filme interessiert, diesen Persönlichkeiten wollte ich immer ein bisschen nacheifern. In meiner Sportart Judo habe ich genau das ausleben können, was ich immer werden wollte.
Meine Frau hat es nicht einfach. Sie macht alles alleine seit ich Bundestrainer bin, erzieht auch die Kinder alleine. Und wir haben hervorragende Kinder und sie sind sehr gut in der Schule.
Meine Frau ist eine vorbildliche Mutter und tolle Ehefrau. Ich bin sehr glücklich mit ihr und würde ihr den Orden verleihen.
Ich habe eigentlich alles im Leben, was ich mir erträumt habe. Habe als Bundestrainer einen tollen Job, eine tolle Familie und bin rundum glücklich.
Ehrlichkeit ist für mich ganz wichtig. Man darf sich nicht selbst betrügen, also Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst.