Paralympics:

Ramona Brussig -57 kg

Portrait: Ramona Brussig
Geboren am: 20.05.1977
Größe: 1,66 m
Beruf: Konditorin, Sport- und Fitnesskauffrau
Graduierung: 3. Dan
Aktiv seit: 1986
Trainer: Matthias Hermann, Stefan Saueressig
Verein: PSV Schwerin
1. Trainer: Ditmar Müller
1. Verein: Dynamo Nord 2 Leipzig

Sie kennt bereits das Gefühl, bei den Paralympics ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. In Athen schlug Ramona Brussig, die nunmehr dreifache Welt- und Europameisterin, die komplette Konkurrenz und wurde Paralympics-Siegerin.

Über Ramona Brussig:

Nach weiteren vier Jahren, in denen sie nach wie vor die Weltspitze dominierte, hat sie sich 2008 wieder qualifiziert. „Meine Erwartungen sind hoch. Ich möchte alles geben, um den Erfolg zu wiederholen. Das ist eine schwierige Aufgabe, aber vielleicht ist es möglich“ gibt sie ihr Ziel für Peking vor.

Ramonas Sehfähigkeit liegt ebenso wie bei ihrer Zwillingsschwester Carmen in einem Bereich unter 10%. Von klein auf lebt sie mit einer extremen Kurzsichtigkeit. Dennoch hat sie ihr Leben immer gemeinsam mit Normal-Sehenden gemeistert. „Als Kind macht man sich keine Gedanken, ob man richtig sehen kann oder nicht, man wächst damit auf.“

Auch Ramona kam wie ihre Zwillingsschwester Carmen 1986 als Neunjährige über eine Freundin zum Judo. Schach war bis dahin eine weitere Leidenschaft. Dennoch entschieden sich die Beiden, sich auf Judo zu konzentrieren.

Kurioserweise hatte man in der Kleinkinderzeit Ramona immer bescheinigt, dass sie sehr unsportlich sei. Zurückzuführen war dies aber vor allem darauf, dass sie nur wenig erkennen konnte. Erst mit drei Jahren hatte man dies festgestellt. „Anfangs war es eine normale Kurzsichtigkeit, die jedoch im Wachstum nach und nach schlechter wurde, also schleichend. Als Kind macht man sich da keine Gedanken, ob Du richtig sehen kannst oder nicht, man wächst damit auf.“

Ramona hat vorerst gemeinsam mit ihrer Schwester Carmen in Duisburg die Ausbildung zur Konditorin gemacht. „In diesem Beruf ist es jedoch schwierig, diesen als Sehbehinderte auszuüben. So machte ich eine Umschulung zur Sport- und Fitness-Kauffrau und arbeite nunmehr im Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern.“

In dieser Tätigkeit ist auch das Zusammenspiel zwischen Beruf und Sport gut und sie schätzt die optimalen Bedingungen. „Ich kann mir Beruf und Sport so einteilen wie ich es brauche, das ist optimal.“ Damit kann die Athletin, die immer einen unbedingten Siegeswillen hat und technisch variabel und konditionsstark ist, hervorragend trainieren.

Und so verliefen die vergangenen vier Jahre dann auch bilderbuchmäßig. „Sportlich gesehen kann ich mich nicht beklagen. Ich habe in den letzten vier Jahren so ziemlich alles gewonnen“, verkündet sie stolz.

„Mit der Qualifizierung zu den Paralympics in Peking ist für mich ein Traum wahr geworden. Wenn man einmal ganz oben steht und noch gar nicht realisiert, was man eigentlich geleistet und erreicht hat, ist es umso schöner, ein zweites Mal teilnehmen zu dürfen.“

Text: Birgit Arendt
Foto: privat 

Sportliche Erfolge:

1998 Weltmeisterin
1999 2. Platz Europameisterschaft
2001 Europameisterin
2003 Weltmeisterin
2004 Paralympics-Siegerin
Europameisterin
2006 Weltmeisterin
2007 Europameisterin
3. Platz Weltmeisterschaft

Auszeichnungen und Ehrungen:

2004 Silbernes Lorbeerblatt

Fragen an Ramona Brussig:

Was treibt Dich an?

Ich mag den Judosport gern, diese Sportart inspiriert mich. Ich denke deshalb treibt mich Judo so an Der Erfolg kommt dazu. So lange es gesundheitlich geht, sollte ich dieses nutzen.
 

Was gefällt Dir an Dir besonders?

Was sind das für Fragen, was mir an mir gefällt oder auch nicht. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich bin wie ich bin, und das ist okay so.
 

Auf welche eigene Leistung bist Du besonders stolz?

Auf die Goldmedaille von den Paralympics in Athen. Darauf bin ich stolz.
 

Was sagt man Dir nach?

Ich weiß nicht was man mir nach sagt. Meine Zuverlässigkeit, mein Trainingseifer, meine Beharrlichkeit sind wohl bekannt.
 

Wie kannst Du am besten entspannen?

Ich entspanne am liebsten bei meinen Eltern. Dort kann ich mich ausruhen und abschalten. Mal an was anderes denken als an Judo. Ich bin froh, dass es sie gibt und sie für mich da sind.
 

Wem würdest Du mit welcher Begründung einen Orden verleihen?

Ich denke meinen Eltern, die uns auf unseren Weg begleiten. Die uns von Anfang an im Judo unterstützt haben. Uns immer wieder motivieren. Die uns in unserer Kindheit ins Training gefahren haben. Sie sind noch heute für uns da, wenn es Probleme oder Sorgen gibt. Einfach da sind, wenn man sie braucht.
 

Was ist für Dich eine Versuchung?

Schokolade

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