| Geboren am: | 19.10.1987 |
| Größe: | 1,60 m |
| Beruf: | Studentin - Lehramt Sport/Geografie |
| Graduierung: | 1. Dan |
| Aktiv seit: | 1995 |
| Trainer: | Sandra Schwalbe, Benny Biemüller |
| Verein: | JC 90 Frankfurt (Oder) |
| 1. Trainer: | Gerald Haack |
| 1. Verein: | Blau-Weiß Frankfurt (Oder) |
Die 52-Kilo-Klasse ist auf dem europäischen Markt hart umkämpft gewesen. Hatte doch zur Weltmeisterschaft in Rio lediglich die Protugiesin Telma Monteiro das Olympia-Ticket gelöst, der Rest „stritt“ sich danach um die fünf Plätze.
Die Trainingskameradinnen Mareen Kräh und Romy Tarangul waren mittendrin in diesem Kampf um die Ranglistenpunkte und versuchten ihr Bestes.
Ende Januar zum World-Cup in Sofia dann der Überraschungs-Coup von Romy Tarangul: Sie hatte einen Top-Wettkampftag, gewann Gold und damit 60 wertvolle Ranglistenpunkte und war plötzlich in den Kreis der Top 5 eingedrungen.
Immer wieder wurde ihr Platz attackiert, insbesondere in Hamburg von Anna Kharitonova, die im direkten Duell mit einem kleinen Vorteil gewann. Zur Europameisterschaft zeigte Romy Tarangul jedoch Nerven wie Drahtseile und klärte mit einer Finalleistung die Machtverhältnisse. Als Vierte in der Europäischen Olympia-Rangliste hatte sie nunmehr das Ticket nach Peking endgültig gelöst.

Dabei war es für die 20-jährige gar nicht so einfach, in die internationale Phalanx einzudringen. Noch als Juniorin musste sie jahrelang zurückstecken, da der Konkurrenzkampf in der eigenen Trainingsgruppe heftig tobte. Erst im letzten Jahr der U20 setzte sie sich in der Nominierung für die Junioren-Weltmeisterschaften und dann auch die Europameisterschaften U23 durch. Zwar gab es da noch keine Medaillen, aber Romy zeigte mit dem 5. Platz der EM durchaus ihr Potential und startete dann sofort bei den Frauen durch.
Als
19-jährige war sie bei den Europameisterschaften 2007 nach einem unbekümmerten Kampftag bereits stark beachtete Siebte, nahm an der Weltmeisterschaft in Rio teil und wird nun als 20-jährige Olympia erleben.
Sie begann mit acht Jahren mit dem Judo-Sport. Im Turnen und Handball hatte sich die quirlige Romy versucht, bis Papa Tarangul, einst ein guter Ringer und nun Sportlehrer, einen Aushang für Judo gesehen hatte. „Judo hat mir besser gefallen und das Training bei meinem ersten Trainer Gerald Haack war Klasse“ kommentiert sie ihre letztendliche Entscheidung für die Kampfsportart.
Mit
zehn Jahren wurde sie dann bereits Nordost-Meisterin der U14. „Das war damals ein riesiger Titel und die Konkurrenz war auch sehr groß. Ich stand in Frankfurt ganz groß in der Zeitung und von da ab wusste ich, dass ich mehr wollte…“
Mit enormen Trainingsfleiß und Ehrgeiz feilte sie dann an ihrer Technik und an der Kondition. Ihre Stärke, dass sie sich nie aufgibt in einem Kampf, verhalfen ihr zu vielen Erfolgen. Kleine Schwächen wie ihre Ungeduld in manchen Situationen und ihre Unzufriedenheit mit sich im Bodenkampf gehen dabei fast unter.
Nachdem sie im Sommer das Abitur an der Sportschule Frankfurt (Oder) gemacht hat, ist sie nun ins pralle Leben hinausgegangen. Bereits im zweiten Semester studiert sie auf Lehramt für Sport und Geographie an der Humbold-Universität zu Berlin.
„Bis zum Abi war alles geordnet, geregelt und so schön kuschelig. Jetzt muss ich mich öfter mal überwinden und auch alles selbst organisieren. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht zum Abi. Alles muss genau abgestimmt werden und ich muss effektiv planen.“
Dennoch ist sie mit Feuereifer dabei. Mit einem individuellen Studienplan, der mit dem Trainingsplan abgestimmt ist, hat sie die Möglichkeit, zwei Mal täglich zu trainieren. Dabei nutzt sie die sehr guten Bedingungen der beiden Stützpunkte in Berlin und Frankfurt (Oder) und pendelt viel.

Noch als sie sich im Frühjahr für das neue Semester einschreiben musste, wagte sie kaum den olympischen Traum zu träumen. Nachdem dann allerdings die Qualifikation klat war, begann ein sehr aufwändiges Studiensemester. "Es ist ziemlich stressig und schwer, neben der Olympiavorbereitung auch das Studium zu absolvieren." Prüfungen und Klausuren stehen an und nehmen kaum Rücksicht. Außerdem ist da der ihr eigene Ehrgeiz....
In der recht gering bemessenen Freizeit dreht sich sowohl in der Familie als auch mit ihrem Freund viel um den Sport. Sie spielt gern Tennis und Sqash und im Winter ist sie eine begeisterte Snowboardfahrerin. „Das ist ein befreiendes Gefühl, den Hang hinunter zu gleiten“ beschreibt sie ihre Begeisterung dafür und ihre dunklen Augen leuchten dabei. Aber sie geht auch gern shoppen, relaxt am Strand oder geht gern mal tanzen.

Ihre innere Ruhe holt sie sich immer wieder in ihrer Familie. „Es ist mir schwer gefallen, zu Hause weg zu gehen, ich hab zu meinen Eltern eine sehr enge Beziehung und bin sehr froh, wenn ich immer mal zu Hause sein kann.“
Familie ist für sie ein großer Kraftquell. Die Geborgenheit und Umsorgtheit liebt sie und kann sich bei den Eltern einfach auch mal fallen lassen. „Meine Familie unterstützt mich und ist immer für mich da. Sie ist die Beste, die man sich wünschen kann“ gibt sie ein liebevolles Kompliment vor allem an ihre Eltern.
Aber auch ihr langjähriger Freund Sven Maresch, selbst Junioren-Europameister 2006, gibt ihr viel Halt und Geborgenheit.
Körperlich fühlt sich fit, gesundheitlich ist sie gut drauf und somit schaut die 20-jährige als jüngstes Mitglied im deutschen Olympiateam erwartungsvoll auf die Spiele. „Ich werde mein Bestes in Peking geben und möchte so weit wie möglich nach vorn kommen.“ Gibt sie ihr Ziel für Olympia aus. „Ich habe gut trainiert, weiß was ich kann und habe vor keiner Gegnerin Angst.“ ergänzt sie selbstbewusst. Dennoch weiß sie auch, dass die berühmte „Bananenschale“ überall liegen kann und die asiatische Konkurrenz, mittlerweile aber auch die Sportler aus Panamerika und sogar Afrika nicht zu unterschätzen sind.
Nach Olympia wird erst mal eine kurze Erholungsphase sein. Im Herbst steht dann wieder das Studium an. „Ich werde mich dann stärker meinem Studium widmen und auch mehr Kurse belegen.“ steht dann bereits das nächste Ziel an.
Text: Birgit Arendt
Fotos: Birgit Arendt, Nick Cariss (oberstes Wetkampffotos), Falk Scherf (unterstes Wettkampffoto)
| 2008 | Vizeeuropameisterin in Lissabon |
| 2007 | Teilnehmerin Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro 7. Platz Europameisterschaften in Belgrad |

Mich treibt der Erfolg und damit die Anerkennung im Judo an und etwas Besonderes zu erleben und nicht unbedingt nur den „normalen Alltag“ zu erfahren.
An mir gefällt mir besonders, dass ich mich selber sehr gut motivieren kann und dass wenn ich mir eine Sache in den Kopf gesetzt habe, sie auch erreichen will
Ich bin besonders stolz darauf, dass ich Vizeeuropameisterin geworden bin und damit die Qualifikation zu Olympia geschafft habe
Man sagt mir nach, dass ich sehr schnell rede, sehr aufgeweckt und kommunikativ bin
Ich mag gar nicht an mir, dass ich so klein bin. Ich wäre gerne 5 cm größer...
Ich kann mich am besten entspannen beim Bilder angucken, beim shoppen, beim in der Sonne relaxen oder wenn ich Zeit mit meinen Freund verbringen kann.
Darüber habe ich mir als Kind keine Gedanken gemacht
Ich kann mich da gar nicht auf eine einzige Person beschränken, sondern möchte hier meine Familie nennen, die mich in allen Lebenslagen unterstützt und immer für mich da ist. Meine Familie ist die beste, die man sich wünschen kann.
Eine Versuchung ist für mich etwas Unerwartetes zu tun oder etwas Außergewöhnliches zu machen
Immer kämpfen und niemals aufgeben