Auf zwei Ereignisse seiner aktiven Laufbahn ist Dietmar Lorenz nach wie vor besonders stolz. Er ist der erste deutsche Olympiasieger mit dem Prädikat, das 1980 als einziger Halbschwergewichtler geworden zu sein. Und dass er zwei Jahre zuvor überhaupt als erster Nichtjapaner den Kano-Cup gewonnen habe. „Ich war nach Anton Geesinks Olympiasieg der Zweite, dem es gelang, die japanische Vorherrschaft zu durchbrechen“, sagte Lorenz.
Natürlich lässt er auch nicht aus zu sagen, zweimal WM-Dritter und viermal Europameister sowie 1977 mit seinem Verein SC Dynamo Hoppegarten Europacup-Gewinner geworden zu sein. Eine Bilanz, die aller Ehren wert ist. Olympia bleibt für ihn natürlich das größte Erlebnis, immerhin war er schon 1976 in Montreal dabei, wurde Fünfter im Halbschwergewicht. Vier Jahre später in Moskau wurde es dann Bronze vor dem Goldtriumph. Dass die Open-Kategorie 1984 zum letzten Mal auf dem Programm stand, bedauert Lorenz nach wie vor: „Als Leichter den Schweren ein Bein zustellen, war und ist sehr reizvoll, selbst wenn das heute bei EM und WM recht selten geworden ist.“ Schon vor Olympia hatte er in der Open-Kategorie tüchtig mitgemischt, war 1978 in Helsinki sogar Doppel-Europameister geworden. Übrigens damals im Halbschwergewicht gegen Franzosen Angelo Parisi, dem er auch im Olympiafinale das Nachsehen gegeben hat.

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„Itze“, so sein Spitzname seit 1970, als er aus dem seinem Thüringer Dörfchen Langenbuch bei Schleiz (dort begann er als 16-Jähriger mit Judo) nach Berlin kam, bekommt immer noch allerhand Autogramm-Wunschpost aus dem In- und Ausland, „die ich leider etwas nachlässig beantworte“, gesteht er reumütig ein. Aber seine Aufgabe als Sozialarbeiter in einem Sport- und Jugendzentrum, die er seit den 1990er Jahren erfüllt – nachdem er als Trainer arbeitslos geworden war -, verlangt viel Zeit und Nerven. Er versprach jedoch Besserung, um die Autogrammjäger nicht zu enttäuschen, zumal es ja auch eine Anerkennung seiner Person ist. Neuestes Glück des fast 58-Jährigen ist Enkelin Linn-Marie, die am 18. Januar geboren wurde. Und das ihn in Berlin alle nur Itze nennen, ist dem Umstand zuzuschreiben, dass im Thüringischen das Wort „jetzt“ umgangssprachlich kaum vorkommt. Es heißt eben „itze geht´s los“.